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Digitale Transformation braucht Paradigmenwechsel

23. Juli 2026 durch
Digitale Transformation braucht Paradigmenwechsel
Matthias Bendel

Transformation ist permanentes Umdenken und Eigenverantwortung, die stets mit unternehmerischem Willen einher gehen muss. Software, BIM oder KI taugen dabei insbesondere in Kombination mit klassischem Claimdenken nicht als Heilsbringer.

Diese Einleitung steht exemplarisch sowohl für potentiellen Erfolg als auch für absehbare Wirkungslosigkeit etwaiger Lösungsansätze, egal ob wir nur kleine Schritte wagen oder das ganz große AI-Zielbild vor Augen haben.

Ich versuche meine Lösungsansätze stetig zu verbessern, um BIM als Mittel digitaler Auftragsbearbeitung in Geschäfts- und Projektprozessen richtig einzuordnen und nachhaltiger zu machen. Kontroversen sind Teil dieser Strategie.

Das Verständnis hierbei:

  • Informations-Modelle sind immer methodisch, kooperativ und vorwiegend alphanumerisch aufgebaut - von wegen geometrielastiges BIM-Modell.
  • Das Fundament aller Anwendungsfälle im genannten Umfeld bilden die Aspekte Bedarf, Aufbau, Ablauf sowie vor allem kaufmännische Grundsätze im Kontext
  • 3D-Modelle mit angereicherten Metadaten sind zwar aus Sicht der Auftraggeber wichtig, aber weniger aufgrund des Optimierungspotenzials externalisierter Planungsleistungen bedeutsam. Nach planerischen Zwecken geometrischer Modelle, trägt vor allem deren unterstützende Bedeutung als Mensch-Maschine-Schnittstelle im "digitalen Zwillings" zur gebauten Objektrealität bzw. dem Asset - der größte Teil des digitalen Zwillings sind also garnicht in BIM-/IFC-Modellen zu finden und kommen sogar ohne sie aus.


Anforderungsmodell

Zur Unterstützung eines nachhaltigen Managements im Planungs- und Bauprozessbraucht, braucht es zunächst ein Methodenmodell zur Vernetzung multidimensionaler Datenstrukturen - das "Projekt-Informations-Modell". Dessen Schwerpunkt liegt auf den spezifischen Anforderungen (Requirements) der Vertragsparteien und deren Zielerreichung im Rahmen der Termin- und Kostenvorgaben mit den bereitgestellten Ressourcen als integrale Betrachtung - von wegen 4D oder 5D..

  • Das im BIM-Umfeld viel zitierte 'Common Data Environment' (CDE) muss über den gesamten Lebenszyklus sowohl der Projekte, als auch über die begleitenden Linienaufgaben hinweg geschaffen werden und von von klassischem Claimdenken befreit sein, damit alle erforderlichen Leistungen in digital nachhaltige Arbeitsergebnisse in einem erweiterten Verständnis des "digitalen Zwilling" umgewandelt werden können.
  • Gemeinsame Datenstruktur (CDS) ist auch hier entscheidend für die nachhaltige Informationsverarbeitung im Zuge aller Unternehmens-, Beschaffungs-, Management- und Wertschöpfungsprozesse innerhalb des CDE - gebaut auf ERP und dessen Stammdaten!
  • Zielvorgaben aller digitalen Ergebnisse müssen dabei auch Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit werden um dem Anspruch an "Single SourceOf Truth" in echtem 'open BIM' gerecht zu werden.


Die "Brücke der Wertschöpfung" hat immer die gleichen SchlüsselBausteine

Als Informationsmanager setzte ich also auf betriebswirtschaftliche und baubetriebliche Methodenerkenntnisse zur Ressourcenplanung um die Aufgaben der Fachdisziplinen sowohl organisatorisch als auch digital zu integrieren. Dabei handle ich in der Rolle eines Treuhänders der Auftraggeberinteressen im Rahmen auferlegter Pflichten zu ihm anvertrauten Ressourcen Dritter, verantwortlich u.a. für die Definition und kontinuierliche Nachverfolgung der Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA) für alle digitalen Arbeitsergebnisse.

  • Um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern, ist also zunächst die Führungsebene und das gemeinsame Engagement aller Mitarbeiter und Partner gefragt, damit methodische Ansätze den weit verbreiteten IT-Aktionismus und einhergehende Insellösungen gepaart mit Claimdenken ablösen können.
  • Das Verständnis von Dokumenten, muss auf alle dokumentationsrelevanten Aktivitäten und Informationen erweitert werden, die im Falle einer Projekt- und Auftragsbearbeitung dokumentations- bzw. revisionsrelevant für eine Vertragspartei sein könnten - also auch auf den Click auf einen Button "Freigegeben" inkl. Stempel innerhalb eines Workflows zu Weitergabe eines Datensatzes, auch wenn ihm keine Datei angefügt wurde.

Dokumentenmanagement mit Dateimanagement gleichzusetzen oder die Planung, das Management oder die Kontrolle von Dokumentenergebnissen getrennt von den primären Leistungserfolgen (z.B. Bauleistungen, Baumaterial, Dienstleistungen etc.) zu betrachten, ist in dieser Denkwelt abwegig. Dies ist nicht zuletzt eine Konsequenz aus der Tatsache, dass Digitalisierung die Grenzen zwischen physischen und virtuellen Ergebnissen zunehmend überwindet, was wir in vielen alltäglichen Produkten schon als selbstverständlich empfinden.

Auch die methodische Trennung von Projekt- oder Baumanagement und Dokumentenmanagement ist deshalb nicht mehr zeitgemäß, wenngleich die Detailkompetenzen von Fachleuten weiterhin eigene Spezifika aufweist und sich praktische Anwendung auch weiterhin unterscheidet, weil virtueller und realer Raum trotz des digitalen Zwillings glücklicherweise noch nicht das Gleiche sind.

Echte Digitalisierung erfordert also Paradigmenwechsel und eigenverantwortliche Umsetzung in den Kernkompetenzen des Planens, Bauens und Betreibens. Software taugt dabei grundsätzlich nicht mehr als Argument oder gar als Ausrede für vermeintliche Handlungsfähigkeit und die daraus erwachsenen Probleme.

Wir müssen also aufhören, Digitalisierung oder BIM als Spezialwissen abzugrenzen um uns wahlweise aus der Affäre zu ziehen oder als "Evanglisten" zu erhöhen.


Basic Survival Skills aus HOAI, AHO, Organisation oder Management?

Die "Basic Survival Skills" und Verantwortlichkeiten von Ingenieuren und Architekten bleiben bei klarem Blick auf die von Stakeholdern anvisierten Mehrwerten unverändert, egal ob digital oder analog in Auftragsbearbeitung im Bauwesen übersetzt - Sehen und beherrschen wir diese noch, trotz "Information Overflow" über Smartphones, Workflows, Social Media, KI und BIM?

Wenn ja, kommen wir vermutlich auch bei dieser Art von Transformation auf einen gemeinsamen Nenner!?

Das 'Rabbit Hole' Anforderungsmanagement mit Knowledge Tree und KI-Unterstützung



Die Choreografie der digitalen Wertschöpfung #Planen #Bauen #Betreiben